HTBLuVA-Mödling Abteilung Holztechnik
Architekturwettbewerb "Dreidimensionale Modelle aus Wellpappe"
Schüler präsentieren innovatives "Wohnen im Grünen"
Forum Wellpappe Austria prämiert die gelungensten Modelle
Im Rahmen des Wettbewerbes war von den Schülern einerseits ein ansprechender Entwurf für die Außengestaltung des Kleingartenhauses gefordert. Andererseits sollte eine innovative aber dennoch realisierbare Lösung für eine Kleinfamilie auf nur 50 m² Grundfläche gefunden werden. Die Häuser wurden darüber hinaus für ein reales Hanggrundstück mit acht Parzellen im 19. Wiener Gemeindebezirk entworfen. Dementsprechend mussten die Schüler auch die unterschiedlichen Gegebenheiten des Geländes mit einbeziehen. Zwei Parzellen wurden doppelt vergeben – so entstanden insgesamt zehn Entwürfe.
Es wurde gezeigt, dass Kleingartenhäuser viel mehr sind als ein Wochenendidyll im Schrebergarten und, dass Wellpappe vor allem mehr ist als eine klassische Transportverpackung. Auch als kreatives Gestaltungsmaterial eignet sie sich hervorragend.
1. Platz "Haus mit Aussicht":
Das besonders sorgfältig gefertigte Modell von Georg Miedler, Lukas Stangl und Bernhard Weisz besticht durch die zwei um 90 Grad gedrehten Quader, die das Ober- und das Untergeschoß bilden.
Durch diese außergewöhnliche Anordnung können die Vorteile aller Himmelsrichtungen und die Hanglage des Grundstücks optimal genutzt werden. Das querliegende Untergeschoß lässt trotz Hanglage eine ebene Nutzfläche entstehen. So wurde eine Terrasse mit integriertem Pool ermöglicht, die sich gut an den Hang anpasst. Durch die besondere Anordnung im Innenbereich wurden zwei Kinderzimmer untergebracht. Die Planung der Schlafzimmer im Erdgeschoß sorgt für ein angenehmes Klima auch im Sommer, das Wohnzimmer im Obergeschoß ist durch die große Glasfront immer lichtdurchflutet und bietet einen beeindruckenden Blick über den 19. Wiener Bezirk.
2. Platz: "Haus Innenraumerlebnis"
Das Modell von Philipp Müller und Roman Munz ist durch den roten Putz im hinteren Bereich optisch besonders ansprechend und zeichnet sich vor allem durch die interessante Lösung für das Stiegenhaus aus. Der durchsichtige Zylinder verbindet Unter- und Obergeschoß, führt auf die große Dachterrasse und sorgt darüber hinaus für mehr Licht im Haus. Das Modell besteht aus zwei versetzten Baukörpern, in deren Zentrum sich die Wendeltreppe befindet. Offene Räume im Erdgeschoß lassen den Innenraum größer wirken, der Höhensprung – durch eine Stufe – wurde integriert, um das Haus dem Hang anzupassen.
Besonders beeindruckend ist die verschachtelte Bett-Lösung der beiden Kinderzimmer: Die Betten wurden wie ein Stockbett übereinander angeordnet, allerdings in getrennten Zimmern – das eine Kinderzimmer hat im unteren Bereich eine Mauernische für ein Bett, das andere im oberen Bereich. Ein weiterer Pluspunkt: Auch ein Abstellraum wurde integriert.
3. Platz: „Haus für Unkomplizierte“
Dieser Entwurf in klassischer Holzriegelbauweise zeichnet sich durch eine gute Anpassung an das Gelände aus. Sowohl im Ober- als auch im Untergeschoß wurde ein ebenerdiger Ausgang geplant. Der großzügige Balkon mit angrenzender Terrasse verbindet das Obergeschoß optimal mit der Natur. Gleichzeitig entstehen durch den Balkon überdachte Flächen im Erdgeschoß, sodass man sich dort auch bei Regen im Freien aufhalten kann.
Im Inneren fällt die sehr funktionelle Aufteilung der Räume auf – auch ein großes Kinderzimmer wurde integriert. Positiv zu bewerten ist, dass bei diesem Entwurf besonders auf niedrige Baukosten – für eine Kleinfamilie ein wichtiges Kriterium – geachtet wurde.
3. Platz: „Haus am Hang“
Die Jury des Architekturwettbewerbes fand dieses Modell ästhetisch besonders ansprechend und vergab deshalb ausnahmsweise einen "zweiten 3. Platz" an Marcus Mayer, Werner Pühringer und Gerhard Riegler. Grundlage des Modells ist ein Würfel als kompakte Form. Auf Grund der Hanglage wurde das Flachdach zu einem 120 m² großen Dachgarten erweitert, der einen beeindruckenden Blick auf den 19. Wiener Bezirk ermöglicht.
Bei der Planung des Hauses wurde besonders darauf geachtet, dass der nötige Aushub vollständig für die Aufschüttung hinter dem Haus genützt werden konnte. Die geringe Außenfläche bzw. eine Seite im Hang sorgen für niedrige Heizkosten. Die Innenraumanordnung ist funktionell, durch die bis zum Boden reichenden Fenster kann viel Licht nach innen dringen.
Die weiteren Modelle des Wettbewerbes
Obwohl Entwurf als Unterrichtsgegenstand bei den Schülern der Abteilung Holztechnik nicht im Lehrplan steht, sind erstaunliche Lösungen auf engstem Raum entstanden.

















