Die Wellpappenanlage (WPA)

Wellpappe wird mit einer Wellpappenanlage (WPA) hergestellt, die sich aus mehreren Teilaggregaten zusammensetzt und eine Länge von zirka 120 Metern hat. Die WPA gibt es in Arbeitsbreiten von 1.700 bis zu 3.300 mm. Die höchste Produktionsgeschwindigkeit beträgt bis zu zirka 400 m/min.

Vorweg eine kurze Beschreibung der Funktionsweise der einseitigen Wellpappenanlage (Single facer) von der Abrollung bis zur Presswalze:

Das Rohpapier für die Erzeugung der Welle kommt von einem Abrollständer und wird über den Vorbereiter und das Vorheizwerk zum Sprühfeuchtwerk geleitet. Dort wird es erwärmt und befeuchtet, um es formbar zu machen. Dann wird es zwischen die beiden Riffelwalzen geführt und mit Hilfe von hohem Druck zur Welle geformt. In der Folge trägt das Leimauftragwerk Leim auf die Wellenspitzen auf. Anschließend wird das gewellte Papier zwischen Riffelwalze und Presswalze mit dem Deckenpapier zur "einseitigen Wellpappe" verklebt.

Abrollung

WPA Abroller, Splicer

Auf dieser ersten Arbeitsstation werden die Papierrollen aufgenommen. Die Papierrollen haben einen Durchmesser von bis zu 1,5 Metern und eine Breite von bis zu 3,3 Metern. Das Gewicht kann bis zu mehreren Tonnen betragen. Mit Aufnahmearmen, die seitlich verstellbar sind und somit der jeweiligen Papierrolle angepasst werden können, werden die Papierrollen aufgenommen. Bremssysteme sorgen dafür, dass die Papierbahnen produktionsgerecht abgebremst werden.

Splicer

WPA Überführungsbrücke, Kaschierbahngruppe

Der Splicer ermöglicht einen kontinuierlichen Lauf der Anlage, er sorgt für einen fliegenden Rollenwechsel. Beim Splicen wird eine neue Bahn auf die Papierbahn, die gerade bearbeitet wird, mittels Splicerband aufgeklebt. Gleichzeitig wird der Speicherwagen aktiviert und die Papierbahn, die sich im Speicher befindet, freigegeben und auf die entsprechende Produktionsgeschwindigkeit beschleunigt.

Vorheizzylinder und Vorbereiter

Das von der Abrollung kommende Papier muss vorgewärmt werden, bevor es entweder als Wellen- oder Deckenpapier verwendet wird. Das ist notwendig, um das anschließende Verkleben zu ermöglichen. Die Temperatur des Vorheizzylinders beträgt etwa 180 °C bei einem Dampfdruck von etwa 15 bar.

Sprühfeuchtwerk

In dieser Arbeitsstation wird das vorgewärmte Wellenpapier mit Nassdampf von 2 bar besprüht, um es geschmeidig und formbar zu machen.

Riffelwalzen

WPA Riffelwalze

Das Profil der Riffelwalzen, über die das vorgewärmte Papier gezogen wird, bestimmt die Art und Höhe der Welle. Die Riffelwalzen werden aus Chrom-Molybdän-Stahl hergestellt, beschichtet und für einen Dampfdruck von 15 bar ausgelegt. Sie halten unter Normalbedingungen etwa für 20 bis 45 Millionen Laufmeter. Um möglichst viele verschiedene Wellenprofile zu erzeugen, wurden multifunktionelle Wellpappenmaschinen entwickelt. Die gebräuchlichsten Wellenprofile sind C, B und E.

Presswalze

Damit Decken- und Wellenpapiere gut miteinander verklebt werden können, ist Hitze und großer Druck notwendig. Die Presswalze wird von innen mit Dampf beheizt, die Verklebung erfolgt unter Druck gegen die glatte Stahlwalze. Modernste Anlagen haben statt der Presswalze einen Pressgurt, um den sichtbaren Liniendruck zu minimieren und eine beidseitige Bedruckbarkeit zu ermöglichen.

Überführungsbrücke

Einseitige Wellpappe muss, wenn sie nicht in einem separaten Rollenschneider und Wickelständer zu Rollenwellpappe aufgerollt wird, zum Verkleben mit dem Deckenpapier weitergeführt werden. Dazu dient die Überführungsbrücke, ein Metallgestell mit Transportwalzen und Bändern.

Kaschierwerk

Wellpappeanlagen, Kaschierwerk

Hier werden die Wellenspitzen der einseitigen Wellpappe beleimt und die vorgewärmte Außendecke mit der einseitigen Wellpappe beim Einlauf in die Trockenpartie verbunden.

Trockenpartie

WPA Trockenpartie, Heiz- und Zugpartie

Die Deckenpapiere und das Wellenpapier werden zwischen Heizplatten und dem oberen Transportgurt zusammengeführt. Für eine einwandfreie Verklebung sind Plattentemperatur, Geschwindigkeit, Gurtbelastung und Leimeigenschaften die wesentlichen Faktoren. Durch Beschwerwalzen wird die Wellpappe mit den Heizplatten gleichmäßig in Kontakt gebracht. Dadurch ist eine regelmäßige Wärmeaufnahme und Verklebung garantiert.

Kurzquerschneider

WPA Trockenpartie, Kurzquerschneider

Der Kurzquerschneider trennt bei Formatwechsel die Wellpappebahn und schneidet auch den Ausschuss ab. Bei modernen Anlagen wird der Kurzquerschneider für automatischen Formatwechsel meist über Computer gesteuert.

Schneid- und Rillständer

WPA Schneid- und Rillautomat

Hier wird die Wellpappe für die Weiterverarbeitung vorbereitet. Je nach gewünschter Verpackung wird die Wellpappebahn in ihrer Längsrichtung in Streifen geschnitten und entsprechend gerillt. Die exakte Rillung ist besonders wichtig für die Weiter- verarbeitung der Zuschnitte, dementsprechend gibt es auch zahlreiche verschiedene Rillprofile. Die Rillung wird immer quer zur Wellenlaufrichtung vorgenommen.

Querschneider

WPA Querschneider

Dieses Element der WPA schneidet die endlosen Bahnen in die gewünschten Abschnittslängen. Ein Ober- und ein Untermesser rotieren dabei und müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Weiters müssen sie im Augenblick des Schnitts die gleiche Geschwindigkeit wie die Wellpappe haben. Meist werden Duplex-Querschneider verwendet, mit denen zwei verschiedene Abschnittslängen gleichzeitig geschnitten werden können.

Ablage

WPA Ablage

Das Ablageaggregat sammelt auf Transportbändern eine bestimmte Anzahl von Bögen. Die Ablage ist mit Zählwerken ausgestattet. Die Bögen werden automatisch gestapelt und weitertransportiert.

Anlagensteuerung

WPA Anlagensteuerung

Die Überwachung und Anlagensteuerung der WPA wird von einem hochmodernen Computersystem übernommen, um die qualitativ hochwertige Produktion zu gewährleisten.