Das Prinzip der Welle

Das Geheimnis der Wellpappe

Wellpappe überzeugt durch ein einfaches, aber geniales Konstruktionsprinzip: Eine gewellte Papierbahn wird mit glatten Papierbahnen verklebt. Diese Fixierung erhält die Wellenform und verleiht dem leichten Material eine außergewöhnliche Stabilität.

Das Prinzip ähnelt der Rundbogenkonstruktion in Brücken und Kathedralenbauwerken. Es sorgt für hohe Tragfähigkeit und Polsterwirkung – quasi ein Airbag aus Papier und Luft, der Stöße effektiv abfedert – wie ein Airbag aus Papier und Luft.

Doppelbogen, Viadukt, Semmering-Bahn, ©Hiroki Ogawa

Am Anfang war die Halskrause

Mitte des 19. Jahrhunderts meldeten zwei Briten, Edward Charles Healey und Edward Ellis Allen, ein Verfahren zur Riffelung von Papieren und Webstoffen zum Patent an. Die geriffelten Werkstoffe sollten als stabilisierende Einlage von Hüten dienen.

Bei der Herstellung von Halskrausen hatte 1871 der Amerikaner Albert L. Jones die Idee, anstelle von textilen Werkstoffen Papier durch gefräste Walzen zu schicken. Damit erfolgte der erste Schritt zur Verpackung. Die Wellpappe war erfunden! 1874 gelang dem Amerikaner Oliver Long eine Verbesserung: Er verklebte die gewellte Papierbahn mit einem glatten Papier und schuf damit die einseitige Wellpappe.

Wellpappe Halskrause © Geluk in Beeld Fotografie

Die erste Wellpappe-Maschine

1882 erhält der Amerikaner Robert H. Thompson das erste Patent für die doppelseitige Wellpappe. Seine Thompson und Norris Gesellschaft entwickelte die erste mechanische Wellpappenanlage. Im Jahr 1883 wurde das erste Wellpappewerk in Europa, in London, eröffnet. Es folgten 1886 Kirchberg in Deutschland und 1888 Exideuil-sur-Vienne (Frankreich).

Historische Wellpappe Maschine
Historische Wellpappe Maschine

So produziert man heute

Seit dem 19. Jahrhundert zeichnete sich die Produktion von Wellpappe-Verpackungen durch ein rasantes Wachstum aus. Die Produktion wurde durch die Automatisierung der Arbeitsprozesse enorm beschleunigt. Moderne Wellpappeanlagen erreichen heute eine Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 450 m/min bei einer Breite von 3,35 Metern.

WPA © Gerald Lampe, foto:hölzen GmbH, Dinklage
WPA © Gerald Lampe, foto:hölzen GmbH, Dinklage

Einseitige Wellpappe

Die einfachste Form der Wellpappe ist die einseitige Rollenwellpappe.

Einwellige Wellpappe

Wird einseitige Rollenwellpappe mit einer Deckenbahn verklebt, entsteht daraus einwellige Wellpappe.

Zweiwellige Wellpappe

Die besonders stabile Doppel-Doppel-Wellpappe, wird bei Verpackungen für schwere Güter eingesetzt.

Dreiwellige Wellpappe

Mit zusätzlichen Singlefacern können weitere Wellen- und Deckenbahnen bis zur dreiwelligen Wellpappe verbunden werden. Diese wird unter anderem für Motorverpackungen verwendet.

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